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Re: Eisengallustinten
Verfasst: 04.11.2026, 20:07
von Hans R
Thom hat geschrieben: 04.11.2026, 12:20
Ich denke, bis knapp 2% HF kannst Du gehen.
2% Flußsäure ist jetzt wohl nicht euer Ernst!?

Re: Eisengallustinten
Verfasst: 04.11.2026, 21:24
von tintenlabor
Ich machte mir zuerst auch Sorgen, aber mit „HF“ ist hier Hilfsfarbstoff gemeint.

Re: Eisengallustinten
Verfasst: 04.11.2026, 21:35
von neptun
So kann man den Aspekt mit der Materialverträglichkeit auch sehen. Wenn der Füller sich beim Schreiben auflöst braucht man auch nicht mehr auf Materialschonung zu achten.
Und wenn sich der Schreibende gleich mit auflöst, dann interessiert ihn der Zustand der Füller nicht mehr.
Re: Eisengallustinten
Verfasst: 04.11.2026, 23:21
von Tintenklecks
"Ist das normal, daß der Füller nach dem Tanken raucht, oder sollte ich mir Sorgen machen?"

Re: Eisengallustinten
Verfasst: 05.11.2026, 00:10
von Thom
Ich kann nicht mehr aus dem Penexchange zitieren, aber bei der Besten 1 war die Rede von Alienblut. Die war ein bisschen scharf.
Beim Hilfsfarbstoff kommt es darauf an, was man erreichen will. Knapp 2% wird man bei einer Füllertinte noch trockenwischfest kriegen, das macht das Gummiarabicum, aber natürlich keinesfalls wasserfest. Für letzteres würde ich nicht über 0,5% gehen.
Re: Eisengallustinten
Verfasst: 05.11.2026, 03:11
von Thom

- image1.jpeg (911.66 KiB) 99 mal betrachtet
Hier z.B. Thoms Eisengallustinte schwarz, das waren 0,15% HF und ist komplett wasserfest. Das Eisentannat/-gallat wirkt da als wasserfestes Bindemittel.
Re: Eisengallustinten
Verfasst: 05.11.2026, 07:21
von neptun
Mit nur 0,15% hätte ich da nicht gerechnet...ich vermute, die Anfangsfärbung war aber dann etwas subtiler, heißt kein kräftiges Schwarz?
Die Endfarbe wirkt aber schon sehr tiefschwarz.
Ich habe verschiedene Varianten mit Blau, da sind überall zwischen 0,4% und 0,6% HF drin, aber das Blau löst sich hier trotzdem vollständig, sodass nur die EG-Anteile auf dem Papier verbleiben. In den Wassertests habe ich das Papier aber auch immer ca. 24h in Wasser eingetaucht, vielleicht löst sich die Farbkomponente auch trotzdem, wenn die Einwirkdauer entsprechend lang genug ist?
Wieviel Eisen hatte denn eigentlich die Beste?
Re: Eisengallustinten
Verfasst: 05.11.2026, 07:50
von neptun
Da kann man mal den Unterschied sehen. Der eine Teil war 24h im Wasser, die Tinte ist mit ca. 0,5% HF und rund 5g Eisen pro Liter. In natura wirkt der gewässerte Teil deutlich heller und grauer. Kommt mir sogar etwas schwach auf der Brust vor, aber der Füller trägt auch nicht so dick auf. Von blau erkenne ich aber mit dem bloßen Auge keine Spur mehr.
Der Zettel hatte ca. 48h zum Oxidieren.
Re: Eisengallustinten
Verfasst: 05.11.2026, 20:36
von Thom
neptun hat geschrieben: 05.11.2026, 07:21
Mit nur 0,15% hätte ich da nicht gerechnet...ich vermute, die Anfangsfärbung war aber dann etwas subtiler, heißt kein kräftiges Schwarz? ...
Das war nicht die schwarze Füllertinte, sondern eine Federtinte, die ich für Schreibliesel gemacht hatte, von ihr ist auch die Schreibprobe. Die Fließfarbe war nicht Schwarz sondern Blauviolett (landläufig würde man das vermutlich eher als Tiefblau bezeichnen, nicht als Violett), das ist genau der Farbton, den man für das Tiefschwarz der entwickelten Schriftzüge braucht. Bei der Mary Shelley hatte ich das nochmal gemacht, aber mit 0,5% Farbstoff bei 5g Eisen (natürlich spielt das eine Rolle, 5g Eisen pro Liter macht mehr "Bindemittel" als 1g), da kann unterwasser schon ein bisschen Farbstoff abgehen. Die Besten gingen knapp über 6g los und endeten bei 9g mit der Franken EG, die war aber zu eisenlastig.