Designklassiker von Montblanc der 1960er / Beitrag aus 2013
Verfasst: 03.11.2026, 15:26
Hallo zusammen,
weil die rechtlichen Fragen rund um die archivierten Daten des alten Penexchange-Forums nicht geklärt sind, wurden wir ja animiert, auch alte Beiträge, die vielleicht besonders erhaltenswert sind und aktuell bleiben, wieder einzustellen. Ich habe eine Auswahl meiner ehmaligen Beiträge aus Penexchange gesichert und stelle sie nach und nach ein. Wenn sie dann am Ende doppelt vorliegen, kann man sie ja auch wieder löschen. Für neue Forumsmitglieder, die sich bisher nicht durch die alten Beiträge durchgekämpft haben, hat die Wiederveröffentlichung ggf. einen Mehrwert. Anbei einer meiner ersten Beiträge aus dem Jahr 2013. Eine aktuelle Ergänzung: in der aktuellen Montblanc-Kollektion findet sich das Design entgegen dem damaligen Stand in Form der Linie „Pix“ wieder. Allerdings nicht mehr als Füllfederhalter, sondern nur noch als Rollerball.
„Hallo zusammen,
begeistert von der Breite und Vielfalt der Themen in diesem Forum und beeindruckt von der Fach- und Sachkenntnis der Forumsmitglieder, möchte ich als „Frischling“ (und als langjähriger Sammler mit mehrjähriger Unterbrechung) zu einem Austausch über das Thema: "Eigene Designklassiker im Spiegel ihrer Zeit" anregen.
Ich möchte dazu ermuntern, die Füllfederhalter aus der eigenen Sammlung zu zeigen, die ein charakteristisches Design ihrer Zeit aufweisen und zu Klassikern geworden sind. Gerne sollen auch aktuelle Füllfederhalter gezeigt werden, die einen besonderen Designcharakter haben und das Zeug zum Klassiker haben. Bitte jeweils um eine kurze Begründung, warum.
Für mich stellt das Design neben Nutzwert, Material und Technik, eines der zentralen Themen bei Alltagsprodukten und somit auch bei Füllfederhaltern dar.
Die Beurteilung, ob schlecht oder gut gemachtes Design vorliegt, ist meiner Meinung nach nicht nur von subjektivem Geschmacksempfinden abhängig, sondern es gibt objektivierbare Kriterien, wie z.B. Stringenz der Linienführung, Konsequenz in der Abstimmung der eingesetzten Materialien, Ausgewogenheit der Proportionen etc.
Ich beginne mit einem Trio, das mir am Herzen liegt: Montblanc Meisterstück No. 12, Montblanc No. 22 und No. 32 (von links nach rechts). Die Füllfederhalter stammen aus den 60er Jahren, einer Zeit, in der Montblanc mit den Kategorien 1 (höhere Preislage – ist übrig geblieben), 2 (mittlere Preislage) und 3 (untere Preislage) noch für jeden Geldbeutel etwas im Angebot hatte.
Das Meisterstück No. 12 hat den prominentesten Schöpfer, den Designer Albrecht Graf Goertz, der u.a. für die Gestaltung des BMW-Sportcoupé 507 bekannt ist:
Warum halte ich das Design dieser 3 Füllfederhalter für charakteristisch für ihre Zeit und für gut gemacht?
Sie setzen alle drei in unterschiedlicher Ausprägung die Ideen einer wichtigen Strömung des deutschen Designs der sechziger Jahre, welche in einer Fortführung der Bauhaus-Tradition (HfG Ulm) bestand, konsequent um und verzichten dabei nicht auf die klassische Kolbenmechanik. Ich finde vor allem folgende Merkmale ansprechend:
1.Das Gesamtdesign v.a. das des Montblanc Meisterstück No. 12 ist eine moderne und dem damaligen Zeitgeist entsprechende Neuinterpretation des klassischen Meisterstücks.
2.Die Linienführung ist klar und stringent, die Proportionen sind ausgewogen.
3.Die Form ist einfach, sachlich und auf Wesentliches reduziert. Natürlich nicht in der Konsequenz wie beim Lamy 2000, bei dem die Bauhaus-Werte kompromisslos umgesetzt wurden.
4.Der klassische Material-Mix aus goldenem Metall und schwarzem Kunststoff wirkt auch in der damals neuen Formgebung elegant, harmonisch und stimmig.
Zu Designklassikern, die bis heute in beinahe unveränderter Form produziert werden (wie z.B. der Pelikan Souverän), sind diese Füllfederhalter nicht geworden. Allerdings setzte sich die grundsätzliche Formgebung, vor allem die des Montblanc 22, über die 60er hinaus mit den Füllfederhaltern der Serie Classic (1979-1989), Classic II (1989-1996) und Generation, der von 1996 bis in die 2000er Jahre im Montblanc-Sortiment war, über mehr als 4 Jahrzehnte fort.
Der Hauptgrund, warum das Design sich nicht mehr in der aktuellen Kollektion findet, ist meines Erachtens nicht die mangelnde Qualität der Formensprache, sondern liegt in der Produktpolitik der Firma Montblanc begründet, die die mittlere Preislage, in der dieses Design weiterlebte (MB Generation), aufgegeben hat.
Mein persönlicher Favorit ist der Montblanc 22. Seine Ableger „Classic“ und „Generation“ finden sich auch in meiner Sammlung.
Gruß
Alexander“
weil die rechtlichen Fragen rund um die archivierten Daten des alten Penexchange-Forums nicht geklärt sind, wurden wir ja animiert, auch alte Beiträge, die vielleicht besonders erhaltenswert sind und aktuell bleiben, wieder einzustellen. Ich habe eine Auswahl meiner ehmaligen Beiträge aus Penexchange gesichert und stelle sie nach und nach ein. Wenn sie dann am Ende doppelt vorliegen, kann man sie ja auch wieder löschen. Für neue Forumsmitglieder, die sich bisher nicht durch die alten Beiträge durchgekämpft haben, hat die Wiederveröffentlichung ggf. einen Mehrwert. Anbei einer meiner ersten Beiträge aus dem Jahr 2013. Eine aktuelle Ergänzung: in der aktuellen Montblanc-Kollektion findet sich das Design entgegen dem damaligen Stand in Form der Linie „Pix“ wieder. Allerdings nicht mehr als Füllfederhalter, sondern nur noch als Rollerball.
„Hallo zusammen,
begeistert von der Breite und Vielfalt der Themen in diesem Forum und beeindruckt von der Fach- und Sachkenntnis der Forumsmitglieder, möchte ich als „Frischling“ (und als langjähriger Sammler mit mehrjähriger Unterbrechung) zu einem Austausch über das Thema: "Eigene Designklassiker im Spiegel ihrer Zeit" anregen.
Ich möchte dazu ermuntern, die Füllfederhalter aus der eigenen Sammlung zu zeigen, die ein charakteristisches Design ihrer Zeit aufweisen und zu Klassikern geworden sind. Gerne sollen auch aktuelle Füllfederhalter gezeigt werden, die einen besonderen Designcharakter haben und das Zeug zum Klassiker haben. Bitte jeweils um eine kurze Begründung, warum.
Für mich stellt das Design neben Nutzwert, Material und Technik, eines der zentralen Themen bei Alltagsprodukten und somit auch bei Füllfederhaltern dar.
Die Beurteilung, ob schlecht oder gut gemachtes Design vorliegt, ist meiner Meinung nach nicht nur von subjektivem Geschmacksempfinden abhängig, sondern es gibt objektivierbare Kriterien, wie z.B. Stringenz der Linienführung, Konsequenz in der Abstimmung der eingesetzten Materialien, Ausgewogenheit der Proportionen etc.
Ich beginne mit einem Trio, das mir am Herzen liegt: Montblanc Meisterstück No. 12, Montblanc No. 22 und No. 32 (von links nach rechts). Die Füllfederhalter stammen aus den 60er Jahren, einer Zeit, in der Montblanc mit den Kategorien 1 (höhere Preislage – ist übrig geblieben), 2 (mittlere Preislage) und 3 (untere Preislage) noch für jeden Geldbeutel etwas im Angebot hatte.
Das Meisterstück No. 12 hat den prominentesten Schöpfer, den Designer Albrecht Graf Goertz, der u.a. für die Gestaltung des BMW-Sportcoupé 507 bekannt ist:
Warum halte ich das Design dieser 3 Füllfederhalter für charakteristisch für ihre Zeit und für gut gemacht?
Sie setzen alle drei in unterschiedlicher Ausprägung die Ideen einer wichtigen Strömung des deutschen Designs der sechziger Jahre, welche in einer Fortführung der Bauhaus-Tradition (HfG Ulm) bestand, konsequent um und verzichten dabei nicht auf die klassische Kolbenmechanik. Ich finde vor allem folgende Merkmale ansprechend:
1.Das Gesamtdesign v.a. das des Montblanc Meisterstück No. 12 ist eine moderne und dem damaligen Zeitgeist entsprechende Neuinterpretation des klassischen Meisterstücks.
2.Die Linienführung ist klar und stringent, die Proportionen sind ausgewogen.
3.Die Form ist einfach, sachlich und auf Wesentliches reduziert. Natürlich nicht in der Konsequenz wie beim Lamy 2000, bei dem die Bauhaus-Werte kompromisslos umgesetzt wurden.
4.Der klassische Material-Mix aus goldenem Metall und schwarzem Kunststoff wirkt auch in der damals neuen Formgebung elegant, harmonisch und stimmig.
Zu Designklassikern, die bis heute in beinahe unveränderter Form produziert werden (wie z.B. der Pelikan Souverän), sind diese Füllfederhalter nicht geworden. Allerdings setzte sich die grundsätzliche Formgebung, vor allem die des Montblanc 22, über die 60er hinaus mit den Füllfederhaltern der Serie Classic (1979-1989), Classic II (1989-1996) und Generation, der von 1996 bis in die 2000er Jahre im Montblanc-Sortiment war, über mehr als 4 Jahrzehnte fort.
Der Hauptgrund, warum das Design sich nicht mehr in der aktuellen Kollektion findet, ist meines Erachtens nicht die mangelnde Qualität der Formensprache, sondern liegt in der Produktpolitik der Firma Montblanc begründet, die die mittlere Preislage, in der dieses Design weiterlebte (MB Generation), aufgegeben hat.
Mein persönlicher Favorit ist der Montblanc 22. Seine Ableger „Classic“ und „Generation“ finden sich auch in meiner Sammlung.
Gruß
Alexander“